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         Infos und News zum Thema Felchenfischen auf dem Bielersee



16.10.11

Saison Rückblick 2011

Tja Freunde, eigentlich könnte ich es mir für einmal einfach machen und Euch den Saison Rückblick 2010 mittels einem Link zurück ins Gedächtnis rufen, denn so ähnlich sah auch die 2011er Saison aus. Aber, dass würde der Sachen nicht gerecht werden! Denn, wenn auch ich immer für das „Einfache“ im Leben bin, so darf man doch nie die kleinen Unterschiede vergessen, die einem die Zeit versüssen, oder, halt lieber vergessen werden sollten. Da waren die Tage, im von der Natur vorgezogenen frühlingshaften Gewand anfangs März, an denen die Felchenschwärme für eine längere kurze Zeit als üblich in den Oberen Bielerseebuchten umherzogen und mit fein gebundenen Nymphen von Zuckmückenimitationen fast regelrecht über dem Gewässergrund „abgelesen“ werden konnten – sofern – man(n)/frau es verstand deren Interessen zu wecken.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Aber dann, waren sie auch wieder weg, so schnell sie auch gekommen waren, so eilig schwammen die Felchen „ihrem“ Futter hinterher oder begannen mit einer „grösseren“ Suche danach. Dies wiederum führte vermehrt dazu, dass man als Felchenfischer nicht anderes tun konnte, als zu versuchen die Coregonen wiederzufinden – und – wer sich damit schon intensiv auseinandergesetzt hat, der weiss, dass ein solches Vorhaben, unter Umständen, nicht ganz einfach zum „Erfolg“ geführt werden kann. Wer suchet der findet, der Glaube versetzt Berge, bis einem das Eindunkeln am Abend dann doch vor Augen führt, irgendwie hat heute überhaupt nichts zusammengepasst – zum Vergessen halt. Und doch führen solche Erlebnisse, egal wie sie im Moment wahrgenommen werden, oder einem auf den Geist gehen mögen doch auch dazu, dass man sich wiederum dem Bewusst wird, was nicht immer als Selbstverständlich zu gelten hat – und – das sind die Spielregeln der Natur!


Felchenfischer Art


So war und ist für mich schon seit langem klar, man kann sich noch so gut vorbereiten, oder wie einst unsere Vorfahren über längst vergessene Instinkte verfügen, inkl. Hightech Material sowie zentnerweise Fachliteratur - wenn möglich die komplexesten wissenschaftlichen Analysen zu jedem Detail, bringen einem dem Fisch evt. näher, aber mehr auch nicht. Eine plausible und wenn möglich gleich Global verbindliche Lösung habe ich nicht anzubieten und die gibt es auch mit Sicherheit nicht. Einen Weg, der mich schon oft und immer öfters zum „Ziel“ geführt hat sieht so aus, dass ich offener ans Werk gehe. Ich habe mich in der Vergangenheit an eine Aussage eines guten und studierten Fischerfreundes erinnert die besagt: „Fischen ist nicht nur Wissenschaft, die hat Grenzen – bis Neues das Alte ergänzt oder gar in ein neues Licht führt. Fischen heisst auch Fantasie ausleben, denn die ist grenzenlos!“ Ich konnte schon in den verfahrensten Momenten etwas bewegen, weil ich halt das tat, was man gar nicht tun sollte – oder – halt eben doch. So oder so, kann man, wenn man es genau nimmt, halt aus jeder Situation etwas mitnehmen und dann für einmal gut gerührt, nicht geschüttelt (man sollte es nie übertreiben) stellt sich so etwas wie ein Erfolg ein. Meist Erfolge der besonderen Art, von welchen dann, es sich noch lange berichten lässt, gerade weil sie einzigartig sind, nicht erklärbar und fast immer zu einem Zeitpunkt eintreffen, wo man sie am allerwenigsten Erwartet. Schön gibt es sie - diese Momente der unglaublichen Zufriedenheit. Auf die Felchensaison 2012. In diesem Sinne!


Von Fischer für Fischer

Ein weiteres Mal gilt mein Dank allen Freunden, die mich während der ganzen Saison unterstützen. Eure Infos und Berichte lasse ich hier einfliessen und ohne eure Hilfe wären solche Geschichten/Berichte, wie sie hier unter „Felchenfieber“ stets nach zu lesen sind, nur schwer möglich. Vielen Danke Freunde!


Die Felchensaison 2012 startet am: 01.01.2012


Felchenfieber

Aktuelles zum Thema Felchenfischen

erscheint wieder mit News ab Januar 2012



22.09.11

Cori die Felche

„Einst war ich eine Weltenbummlerin – Heute schwimme ich im Bielersee in der Schweiz umher“


Cori`s Perspektiven

„Der Pegelstand des Bielersees ändert sich praktisch täglich. Die starken Schwall- und Sunkbetriebe (unter Schwall versteht man eine plötzliche Abflusserhöhung und unter Sunk die plötzliche Verminderung des Abflusses) können für alle Fische, insbesondere für deren Laich zu einer tödlichen Falle werden.“

Im Februar vor nicht allzu langer Zeit ist der meiste Laich der in den Uferregionen freilaichenden Felchen abgestorben (gilt auch für andere Arten), weil die zweibeinigen Wetterfrösche damals für diesen Zeitraum kräftigen Niederschlag vorausgesagt hatten. Gestützt auf diese Vorhersagen wurde der an und für sich für diese Jahreszeit tiefe, aber immer noch „normale“ Pegel des Bielersees, weiter abgesenkt. Doch erstens kommt es oft anders und zweitens als man denkt - der erwartete starke Regen blieb aus. Cori`s Perspektiven: Durch das bei der Schleuse Port zu viel Wasser abgelassen wurde, kam der Fischlaich einerseits vielerorts mit Luft in Kontakt und trocknete aus, anderseits wurde durch die Strömung der Laich auf dem Gewässergrund zugeschüttet oder ganz einfach fortgespült. Ob so oder so, die Folgen sind für unseren Fischnachwuchs praktisch immer tödlich.


Cori die Felche


Der Wasserstand des Bielersees ändert sich zu meinem Leidwesen fast täglich weil er künstlich reguliert wird, denn der See dient als eine Art Ausgleichsbecken. Droht ein Hochwasser, lassen die Verantwortlichen je nach Pegelstand mehr oder weniger Wasser abfliessen, um zu verhindern, dass der See überläuft. Zwar wurde von offizieller Seite her eingeräumt, dass die Laichzeiten der Fische wohl nicht explizit beachtet wurden, doch das es schwierig sei, die verschiedenen Interessen auf einen Nenner zu bringen. Das Ziel sei es, Schäden in allen Bereichen zu verhindern. Man müsse eine Güterabwägung vornehmen - die Fischer sorgen sich um die Fische, die Bewohner rund um den See um ihr Hab und Gut. Cori`s Perspektiven: Wie mir scheint, waren sich die Verantwortungsträger über die Folgen der Fehleinschätzung des Wasserstandes nicht im Klaren. Auch ich/wir haben ein Recht auf ein ausgewogenes Habitat.

Für uns Seebewohner ist die starke Regulierung des Wasserspiegels im Bielersee ein Problem. Es macht den Eindruck, dass seit den zunehmenden Hochwassern der letzten Jahre die Verantwortlichen den Seespiegel tendenziell schneller als früher senken, aus Angst vor grossen Schäden. Es ist auch immer wieder zu vernehmen man nehme Rücksicht auf uns (auf die Fischpopulationen i.A.) – aber - der Hochwasserschutz gehe nun mal vor. Cori`s Perspektiven: Wenn auch für uns teilweise verständlich, mich stimmt das traurig.

Nichts desto trotz machen sich die verantwortlichen Luftatmer keine grossen Sorgen um unseren Fischbestand im Bielersee, Ausfälle kann man ja durch Aussetzen von Fischen kompensieren, so kann das Fortbestehen über Jahre hinweg konstant gehalten werden. Dank der Kt. Fischzuchtstation in Ligerz (aber wirklich nur deshalb) kann der Fischbestand im Bielersee stabil gehalten werden, was wiederum heisst – wir (die Coregonen aus dem Bielersee) sind auf die Fischzucht angewiesen, ohne das Aussetzen könnte unsere Art nur schwer überleben. Cori`s Perspektiven: Es ist wohl in naher Zukunft nicht auszuschliessen, dass gerade wegen des starkenSchwall- und Sunkbetriebs erneut Fischlaich im Bielersee zerstört werden wird. Solange der Mensch keine verlässlicheren Wetterprognosen deuten kann und vor allem schnell greifende Massnahmen existieren, die ein Handeln auf beide Seiten zulassen, bleibt die Regulierung des Seepegels wohl weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Auf eine gemeinsame Zukunft - in einer intakten Natur. Mit glitschigen Flossen - in diesem Sinne!

es grüsst

Cori die Felche



05.08.11

Und wieder .....

..... neigt sich die Felchensaison auf dem Bielersee dem Ende entgegen. Bzw. ist sie zum Zeitpunkt, als ich diesen Bericht verfasste, für uns bereits vorbei. Irgendwie kam es so, wie wir die gesamte Felchenfischerei 2011 erleben/geniessen durften - nämlich - unberechenbar. Mehr oder weniger folgte auf Top ein Flopp und was gestern galt, zählte nicht automatisch am nächsten Tag als Erfolgsgarant! So war es dann auch Anfangs/Mitte Juli. Innert wenigen Tagen „verschwanden“ die Felchen aus den Buchten des Oberen Bielersees in die Weiten ihres Habitats. Wenn wir spekulieren müssten, sähen wir einen Grund darin, dass die Felchen einfach ihr Futter an anderen Plätzen finden und dieses, abhängig von Gezeiten und Strömungen, nicht mehr so konzentriert und andauernd an einem Spot vorkommen. Ein Indiz dafür könnte eine Info von Seiten der Berufsfischergilde sein die lautet: „Wir fangen auch in solchen Zeiten mit unseren Netzen ansprechend Felchen. Am besten hat sich bewährt, wenn wir die Netze in möglichst unterschiedlichen Wassertiefen setzen und auch in verschiedenen Höhen und Tiefen. Es ist von Tag zu Tag unterschiedlich, es ist vieles Erfahrungssachen und aber auch immer Glück dabei. Was aber interessant ist, fangen wir z.B. eher im flacheren Wasser am Gewässergrund, bleiben die Netze draussen in der Schwebe praktisch leer - Fangen wir draussen, sind die am Ufer ohne Fisch.“ Es ist schön, dass heutzutage solche Infos schon fast selbstverständlich sind und möchte mich an dieser Stelle ein weiteres Mal bei den Freunden und Bekannten von Berufsfischern auf dem Bielersee für ihr stetiges Schafen bedanken - auf fischreiche Tage, in diesem Sinne!


Bielerseefelche


Sollen wir wirklich nur ein Wort zum Thema Wetter verlieren!? Denke da gibt es nicht viel zu verlieren, wer seine Ferien in der Heimat (CH) verbracht hat, war ja dabei. Nichts desto trotz, Klimawandel hin oder her, zumindest für mich und mein Umfeld ist das Eine und Andere schon dabei sich merklich zu wandeln. Tragen wir Sorge und vermitteln diese Erkenntnis weiter, so können wir in den Spiegel schauen und sagen, zumindest war ich nicht untätig, ich habe getan was ich konnte. Es ist für einmal nicht die Summe im Einzelnen die zählt, vielmehr jedes noch so kleine Puzzle, dass sich im Gesamten entwickelt, kann einiges bewirken, gar mitentscheiden - mit Eigenverantwortung die Zukunft erhalten!


Sonnenaufgang


Der „Schlussspurt“ der Felchensaison 2011 auf dem Bielersee brachte anfänglich herrliche Fischtage auf dem See. Wenn es dann schon mal stimmte, ging auch schon das eine oder andere Mal die „Post“ ab. Felchen gefunden, Nymphen in der Tiefe, Höhe justiert, Peng - Anbiss. Kundige und weniger kundige Felchenfischer erlebten wahrliche Sternstunden auf dem See und die Freude war ihnen ins Antlitz geschrieben. Dann folgte der nächste Wettersturz (habe ich nicht irgendwo geschrieben, dass ich über dieses Thema kein Wort verlöre???), +/- 10 - 15 Grad Celsius wies einem beliebt, oder eben nicht. Glaubs der Geier, dafür brauche ich kein Fisch zu sein um mich dabei nicht sonderlich wohl zu fühlen. Waren sie weg, begann erst mal die Suche. Wer sie fand konnte fangen, doch mehr und mehr nahm die Suche überhand, will heissen, mehr gesucht als gefischt. Wer mich kennt der weiss, wenn es dann soweit ist, ist dies nicht mein Ding. Einmal, zweimal, evt. drei- oder auch noch viermal, dann aber ist es für mich und ich denke für die meisten Felchenfischer auf dem Bielersee Zeit die Felchenrute mit der Egli-, Hecht-, Zandergerte usw. zu tauschen.


Peter und Claudio


Einen besonderen Tag erlebten wir mit den Peter und Claudio. Für einmal machten sie nicht den Zürichsee unsicher, sondern beehrten uns mit einem Besuch. Logisch, Felchenfischen war angesagt und kaum gedacht, ging es auch schon los. Praktisch den gesamten Vormittag über waren wir in unserem Element - es ist schon schön, wenn einem das Felchenfieber packt und man es dann auch ausleben/erfahren darf - und - das Beste daran ist, es tut überhaupt nicht weh:-)


Peter und Claudio


Fischen, fangen, zubereiten und genüsslich verspeisen gehören für mich zusammen. Ich esse gerne Fisch und die die man selber fängt, irgendwie einfach einen Tick besser. Das man den Fisch zwischen dem Fangen und Zubereiten auch vorbereiten, sprich im Fachjargon: schuppen, ausnehmen, filetieren, muss, dürfte wohl klar sein. Das dabei auch schon mal Blut fliesst, so hoffe ich doch auch. Solches liegt in der Sache der Natur und hat mit "grusig" schon rein gar nichts zu tun. Ok, dass dies nicht jeder Fraus oder Manns Angelegenheit ist kann ich ja verstehen, doch es zwingt ja keiner irgendjemanden dabei zuzuschauen. Es bin es leid und es stimmt mich traurig, wenn Personen z.B. über ein nicht ganz so vorteilhaftes Bild lästern, nur weil man wegen dem Kiemenschnitt oder dem ebenfalls korrekten direkten Ausnehmen halt noch ein, zwei Tropfen Blut erkennen kann. Mal abgesehen von den gänzlich fleischloslebenden Mitmenschen unter uns, sollte jedem Fleisch / Fisch / Vogel Konsument bekannt sein, dass die Koteletts, die Zanderfilets oder die Pouletbrüstli auch nicht einfach in den Migros Kühlregalen wachsen - so einfach ist das!


Saubere Vorbereitung


Dem Vorbereiten von Fisch für den Verzehr ohne Nebeneffekte muss einen ebenso hohen Stellenwert zugemessen werden, wie der Wahl des „richtigen“ Köders vor dem Fischen. Nur, bei einem „falschen“ Köderentscheid gibt es im ungünstigsten Fall keine Reaktion auf Selbigen, doch wegen einem schlecht gehändelten Fisch ist dann das Bauchweh noch das geringste Übel. Da gibt es nichts, da führt kein Weg daran vorbei, wer seine Fische zum Essen fängt, muss diese sauber putzen und möglichst kühl lagern - so wird die Geschichte auch zu einem feinem Gaumenschmaus - eben ohne Nebeneffekte.


Bielerseefelchen


Auch wenn sich die Felchen diese Saison etwas frühzeitig „verabschiedet“ haben, trafen sich doch so einige Pimpmaster auf und neben dem See. Das uns allen eines gemeinsam war, nämlich was wohl, richtig, die Fragen nach dem warum und wohin beschäftigte halt schon und so gingen uns neben anderen interessanten Themen der Gesprächsstoff selten aus. Daneben wurde selbstverständlich auch den anderen Genüssen im Leben Sorge getragen und so verbreitete meist schon der Grill einen herrlichen Duft von Fisch-, Fleisch- und Gemüsearomen, dass einem schon im Vorfeld das Wasser im Gaumen zusammen gelaufen ist. Wir tafelten wie ein(e) König/in und genossen dazu den jungen Rebensaft aus der Region - fischen, fangen, zubereiten und genüsslich verspeisen - mit Freunden zusammen, macht es einfach mehr Spass.


Felchenfischer Art


Auf jedes Ende folgt ein Anfang - gilt aber auch umgekehrt, nichts währt Ewig! Was soll`s, es gibt viele Gründe nicht daran zu verzweifeln. Da wären z.B. die noch immer sehr präsenten Erinnerungen der eben zu Ende gegangenen Felchensaison, die Stunden mit Freunden bei gemeinsamen Fischen, die Höhen wie Tiefen, wobei man von Zweiterem auch etwas positives abgewinnen kann, nämlich dann, wenn man in Zukunft daran erinnert und den selben „Fehler“ nicht ein weiteres Mal begeht. Die Sonnenauf- wie Untergänge, die unerwarteten Tierbeobachtungen, auch Naturereignissen wie Gewitter, Sturm oder starke Winde bergen oft mehr als „nur“ ihre unangenehmen Seiten. Im Prinzip kann es einem auch egal sein, viel dagegen tun kann man ja eh nicht. Aber, was man damit tun kann, sollte jeder für sich ausloten und ich bin sicher, dass der eine oder andere unter uns staunen wird, was man auch solchen Situationen noch alles abgewinnen kann. Merke: Vieles im Leben ist gar nicht so schlecht, es kommt ganz einfach darauf an, was man daraus macht. In diesem Sinne!



07.07.11

Gut Ding will .....

..... Weile haben. Oft und öfters ist es nicht ganz einfach Privates und Geschäftliches zu trennen, geschweige dann, beides unter einen Hut zu bringen. Selbst wenn das (Felchen-) Fieber brennt und alles in Einem nach einer „Auszeit“ schreit, so geht doch meist (eigentlich immer) das Tun rund um den Broterwerb vor. Freizeit, Hobby, Neues Gerät u.s.w. will ja auch irgendwie finanziert sein. Nun ja, da es den tausenden von anderen Fischern auf der ganzen Welt nicht anders geht, relativiert sich das Ganze und Wohl oder Übel heisst es: „Mitschwimmen oder Untergehen!“, ausgenommen, den einen oder anderen Lebenskünstler. Doch zum Glück gibt es eine weitere Weisheit und die besagt: „Ob sie dich lieben oder hassen, einmal müssen auch sie dich lassen!“ Und so kam es wie es kommen musste. Nach bald drei langen Wochen Abstinenz konnten wir endlich wieder unserer geliebten Freizeitbeschäftigung frönen, indem wir ein paar Tage beim Felchenfischen auf dem Bielersee verbringen durften.


Felchenfischer Art


Wetter - na ja, Wind – so lala, doch alles in allem war es akzeptabel, was will man denn schon wieder meckern. Es ist wie es ist und es gilt, das Beste daraus zu machen. Am ersten Hot Spot, in der Erlacherbucht wurden wir früh morgens schnell fündig und konnten ein paar Felchen auf rote und violette Nymphen fangen. Die meisten konnten wir in der Schwebe (im Zwischenwasser) zum Anbeissen verführen, doch auch immer wieder bissen die Felchen auf dem Gewässergrund. Das Verhältnis liegt zwar bei 5:1, doch waren die Coregonen die man aus der Tiefe hervor zauberte, allesamt grösser.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Um die Mittagszeit legte der Wind merklich zu und dafür nahm die Beisslaune der Felchen ab. Nach einer kurzen Suche Diesseits, entschlossen wir uns in die Vinelzerbucht zu wechseln. Hier fanden wir zwar im Flachwasser viele Anzeichen für Fische, doch waren es meist kleine Felchen und Egli (Barsche). Unsere weitere Suche brachte uns dann in Wassertiefen von 25 – 30m, wo wir drei Sprungschichten ausmachen konnten, entlang denen sich immer wieder „verdächtige“ Anzeichen auf Felchenschwärme interpretieren liessen – erst der Versuch macht Klug. Gesagt getan, glitten unsere Gamben/Hegenen ins Dunkel der Tiefe hinab, wo wir sie dann in der vermuteten Höhe platzierten um unsere Nymphen entsprechend anzubieten.


Markus und Wolfgang


Schnell stellte sich heraus, dass auch auf dieser Seeseite die roten und violetten Nymphen die Favoriten waren. Sie brachten uns eine gute Felche nach der anderen. Für kurze Zeit stellte sich sogar jeweils ein richtiger Fressrausch bei den Felchen ein und dann hiess es am „Ball“ bleiben. Ansonsten war und ist es in solchen Zeiten eher ein intensives Fischen. Obwohl auf dem Bildschirm des Fishfinders immer wieder viele Fische angezeigt wurden, musste man auch immer vor Ort parat sein um auch davon „profitieren“ zu können – agieren hiess ein weiteres Mal das Zauberwort, reagieren war des Öfteren eben ein Tick zu langsam.


Bielerseefelchen


Merke: „Wo es Futter gibt, gibt es auch immer Welche die es fressen und das über die gesamte Nahrungskette hinweg!“

Viele Felchenfischer kennen das, eine Felche im Drill und dann folgt auf dem Weg nach oben an die Wasseroberfläche ein Hammerbiss – Freund Esox lässt grüssen. In vielen Fällen, vor allem wenn die Bremse nicht sauber eingestellt wurde, ist die Geschichte meist von kurzer Dauer, sowie Felche und Hecht - sprich Futter und Jäger – von Dannen. Nicht selten und sehr zum Ärger eines jeden Fischers auch die Gambe/Hegene (zumindest ein Teil davon) und wenn es ganz dumm laufen muss (z.B. bei einer abgelegten Rute), dass ganze Gerät. Wer also mit so einer Möglichkeit rechnet und seine abgelegte Rute sichert, ist klar im Vorteil. Dasselbe gilt natürlich auch während eines Drills – auf jedenfall ist der Schreckmoment um einiges geringer.


Bielerseehecht - Stucki Spexial - HBE Singularis USA


Punkt 14.15 Uhr bekam ich einen solchen Hammerbiss beim hochdrillen einer Felche und aus der Erfahrung heraus wusste ich, dass es das Beste ist, wenn man den „Herausforderer“ erst mal gewähren, bzw. abziehen lässt. Das mache ich immer so und ich warte, bis mein „Gegner“ von alleine einen (Fress-) Stopp einlegt. Nun heisst es langsam Spannung aufnehmen und zu versuchen festzustellen, ob der Nymphenhaken lediglich im Maul der Felche sitzt, oder sich evt. die eine oder andere Nymphe im Hechtmaul verhakt hat. Ersteres wird schnell einmal klar, denn sitzt der Haken „nur“ in der Felchenlippe, ist nach ein, zwei Kopfschüttlern von Seiten des Hechts Schluss mit lustig und meist beides fort. Hat man das Glück, dass ein oder mehrere Haken im Hechtschlund gegriffen haben, geht der Tanz erst richtig los.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Es ist immer eine Gratwanderung wenn man einen grossen Fisch mit "unterlegenem" Material drillen muss. Man hat auch gar nicht viele Möglichkeiten, ausser man übt sich in Geduld und forciert so viel wie möglich oder so wenig wie nötig. Auch immer im Auge behalten sollte man bei so einem Drill die Boote, resp. deren Ankerseile in unmittelbarer Nähe, sowie selbstredend das Eigene. Ist Fisch und Montage erst mal darin verfangen, ist subito fertig mit Lustig. Also, Motor starten, Ankerseil mit einer Hand und Zuhilfenahme eines Fusses (zum draufstehen auf dem Schiffsboden wenn man nachgreifen muss) hochziehen und dann langsam aus dem Pulk steuern - sofern denn unser Gegenüber gewillt ist, sich überhaupt dirigieren zu lassen. Im besten Fall beginnt nun eine Kraftprobe, die eigentlich rein gar nichts mit Kraft zu tun hat, sondern viel mehr mit Gefühl. Logisch braucht es dabei auch ein gewisses Mass an Energiereserven, denn auf die Dauer eines solchen Drills geht die Geschichte ganz schön in den Rutenarm. Geduld und Hoffnung bestimmen über eine längere Zeit das Geschehen und bevor so ein Hecht von +/- 15 Pfund nicht sicher im Feumer (Kescher) liegt kann so manches passieren, was hier den Rahmen sprengen würde, wollte man alles aufzählen. Glück gehabt, mit der Erfahrung von über vier Jahrzehnten an und auf dem Wasser und der dankbaren Unterstützung von Petrus gelang mir ein weiteres Mal ein Fang der ganz besonderen Art - Petri Dank!


Floss Nymphen


Einmal mehr zeigt sich, dass Fischen viele Überraschungen zu bieten hat. Ob so oder so, der Erfolgsdruck sollte immer zweitrangig sein, vielmehr muss die Faszination, die „Herausforderung“ der Natur und die Freude am Tun der Ansporn zum Fischfang sein. Wer dies erst einmal erkannt hat, wird von da an sein Hobby mit anderen Augen sehen und mit Sicherheit das Feeling um einiges intensiver geniessen können. Der Felchenfischer verabschiedet sich in die Sommerferien und wünscht allen Freunden und Gleichgesinnten eine erholsame und fischreiche Zeit. In diesem Sinne!



05.06.11

Fangen und Freuen

Es kommt eh wie es kommen muss und so bringt es auch nichts, wenn man sich ab der Teils orkanartig tobender Bise zu Beginn der anstehenden 4 Frei - Tage gleich das ganze WE „vermiest“, indem man wieder einmal mit Sich und der Natur nicht einig ist und deshalb gleich jeden Moment einen Kollaps heraufbeschwört vor lauter Aufregung. Shit Happens – was Solls – wenn es nicht passt, passt es halt nicht. Auch uns erging es nicht anders und auch wir mussten uns bis Samstag gedulden, aber dann .....


Michu


So ist es doch immer, auf Regen folgt Sonnenschein – auf die Bise eine Brise. Leicht ungeduldig aufgrund der „langen“ Enthaltsamkeit von 2 Tagen (was das Felchenfischen anbelangte) stachen wir, Michu, Rölu, Hanspeter und ich kurz nach 6.30 Uhr von Le Landeron aus auf den Bielersee. Für unsere Gäste war es eine Premiere und schon deshalb waren sie gespannt, ob unsere Infos denn auch stimmen würden und vor allem auch mit dem einen oder anderen Fangerfolg nachvollziehen liessen.


Bise - 40 - 60kmh


Einmal mehr fanden wir Anzeichen von guten Felchenschwärmen direkt vor der „Haustüre“ (sprich: vor dem Hafen) und so setzten wir in freudiger Erwartung den Anker in ca. 18m Wassertiefe. Ein paar klärende Worte zu Material, Köder und deren Handhabung und schon ginge es los. Kaum hatten unsere Nymphen an den Gamben/Hegenen den Gewässergrund erreicht, waren Bisse die Bestätigung, dass Fische, wie immer in Unserem Fall hoffen wir auf Coregonen, unter den Booten auf Nahrungssuche umherzogen. Lange mussten wir nicht raten, als erster zeigte uns Rölu mit einer silbernen Schönheit aus dem Bielersee das wir richtig lagen.


Rölu und Hanspeter


Mit diesem „Startschuss“ begann eine tolle Felchenfischerei, mit guten Felchen und viel Freude in den Gesichtern der Fänger. Es war einer jener Tage, an dem die Felchen über eine lange Zeit vor Ort in den jeweiligen Buchten kreisten und somit fingen alle samt bis gegen den Mittag hin immer wieder mal eine Felche. Untermassige waren eher die Ausnahmen, dafür kämpften vor allem die grösseren Exemplare des öfteren bis zum „vom Haken kommen“. Ist und war aber nicht weiter schlimm, vor allem nicht, wenn man es von dieser Warte aus betrachtet: „Als Fischer kämpfen wir nur um einen Fisch, dieser aber um sein Leben!“


Libelle als „Bissanzeiger“


In der Bucht vor Le Landeron fingen wir sämtliche Felchen in unmittelbarer Grundnähe. Oft zogen sie wie Perlen an der Schnur aufgezogen durch den Sonarkegel, ein anderes Mal waren sie vermehrt als Einzel Fische auszumachen und hin und wieder zogen sie sie übereinander (mehrschichtig) daher. Aber, wie geschrieben immer schön über dem Sediment, woraus sich die potenzielle Beute erhob um ihrerseits selber zu fressen - Fressen und gefressen werden. Am häufigsten wurden rote und schwarze Nymphen genommen. Und da die Felchen in Grundnähe ihre Nahrung suchten, fanden und frassen, mussten unsere Gamben/Hegenen auch gar nicht weit nach oben geführt werden. Es reichte, wenn man seine Montage knapp anspannte und dann max. 10 – 30cm anhob – Biss.


Felchenfischer Art


Fischen und fangen, da kommt immer Freude auf. Das sind Momente, die gilt es zu verinnerlichen, denn, es kommen bestimmt auch wieder andere Zeiten, wo es mit dem fangen nicht ganz so „einfach“ ist. Ich kann auch nicht genau sagen warum wir Menschen uns „besser“ an negativen Geschichten erinnern als an die positiven!? Liegt evt. daran, dass wir positive Erlebnisse für selbstverständlich betrachten und solche darum gar nicht mehr zu schätzen wissen. Wenn es sich denn so verhalten täte, kann ich nur sagen: „Ein jeder der so denkt, weiss nicht was er verpasst. Denn eine Kunst im Leben ist sich am Schönen zu erfreuen und nicht Zeit damit zu verlieren sich über unerreichtes zu Ärgern.“ In diesem Sinne!



22.05.11

Rauf und runter .....

..... immer wieder! Das und nur das brachte die Köder zu den Felchen. Anscheinend hat der sich stetig erwärmende Wasserkörper dafür gesorgt, dass es ein viel versprechendes Futterangebot im Zwischenwasser (in der Schwebe) hat, welches von den Coregonen gerne genommen wird. Es hat zwar noch keine eindeutigen Konstante, welche für eine völlige Ausbildung der Sprungschichten sprechen würde, doch nichts desto trotz sind die Felchenschwärme zurzeit in allen Höhen und Tiefen zu finden.


Felchenfischer Art


„Felchen Gut“ wurde in der Erlacherbucht vor dem Schloss, wie in der Vinelzerbucht gemeldet. Ebenso vor La Neuveville beim Hafen, sowie vor der St. Petersinsel auf den Auelen. In einer Wassertiefe von 14 – 20m waren die Schwärme auf ihrer Nahrungssuche unterwegs. Schwarze, rote und violette Nymphen, fein gebunden, wurden gierig von den Felchen genommen.


Felchenfänger vom Bielersee


Entsprechend dem fantastischen Wetter wurde viel gefischt – und - auch gefangen. Man konnte zeitweise nicht in die Runde schauen, ohne das auf wenigstem einen Boot gerade eine Felche gedrillt oder gefeumer wurde. Gute Stimmung und jeweils Freude pur war ringsum zu spüren. So macht Felchenfischen allen Spass, ob Alt oder Jung, ob Einsteiger oder Routinier.


Felchenfänger vom Bielersee


Für einmal mehr war schön zu beobachten was es heisst mit Gleichgesinnten sein Hobby teilen zu können. Da wurde gegenseitig geholfen, Infos weitergegeben und wenn es beim Gegenüber einmal nicht gerade lief wie es sich Jener vorstellte wurden Ratschläge, welcher Art auch immer, zum Besten gegeben. Eben halt: Von Fischer für Fischer.


Felchenfänger vom Bielersee


Die allesamt gut genährten Felchen lieferten einen spannenden Drill, welcher man mit Sorgfalt und Umsicht ausführen musste. Vor allem diejenigen Welche man in der Schwebe (im Zwischenwasser) zum Anbiss verführen konnte, gingen nach dem Anhieb ab wie eine Rakete. Oftmals so vehement, dass sie sich gleich selber ausschlitzten. Dies liegt dann keineswegs nur am einzelnen Fischer, dass passiert allen, dass gehört einfach dazu. Ob es nun in solchen Momenten besser ist mehr und mehr Schnur zu geben, muss jeder für sich entscheiden. Ich pers. „verliere“ lieber ab und an einen Fisch, als das ich nur andeutungsweise gross Lust daran verspüren würde, die Nymphen meiner Gambe/Hegene dann jeweils aus dem Ankerseil zu „entwirren“.


Köcherfliege


Wer in der Lage war zu agieren und seine Nymphen dort anzubieten wo die Felchen auf der Suche nach Futter durchzogen, war immer im Vorteil. Manchmal schwammen sie gerade nur einmal unter dem Schiff durch und so hatte man, wenn überhaupt nur ein, bis zwei Chancen auf einen möglichen Anbiss. Ein Auge musste auf dem Bildschirm des Fishfinders „kleben“, alles andere führte zu Reaktionen und die waren dann oft und öfters zu spät. Merke: Aufmerksames Fischen macht immer den Unterschied aus zwischen fischen und fangen.


Felchenfänger vom Bielersee


Es waren klar die frühen Morgenstunden in denen die Aktivitäten und demzufolge auch das Beissverhalten der Felchen ihren Höhepunkt hatten. Gegen Mittag liessen diese Anzeichen spürbar nach und somit war, zumindest für die Felchenfischer die es unter der heissen Mittagssonne noch nicht an ein schattiges Plätzchen ans Ufer verschlagen hatte, Zeit ihren Sonnenschirm aufzustellen, oder, zumindest sein Haupt mit einem möglichst grossen Hut zu schützen. Mit einem Sonnenstich ist nicht zu spassen und das üble daran ist, man spürt selber nicht viel davon bis es zu spät ist!


Felchenfänger vom Bielersee


Felchen fischen und fangen dürfen und das noch an so herrlichen Tagen ist wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal. Es ist schön zu sehen wie es die Anderen einem gleichtun, ohne Neid – ohne Eifersucht. Man gönnt dem Kameraden seinen Fang und leidet mit, wenn ihm dieser kurz vor der Landung vom Haken kommt. Es sind Momente wie diese, die die Einzigartigkeiten aber auch das Vielfältige an unserem Hobby aufzeigen. Noch ist es leider nicht überall so, doch wenn jeder Einzelne daran mitarbeitet, sind wir Fischer auf dem richtigen Weg.


Bielerseefelchen


Mit gut gefülltem Körbchen machten wir uns auf den Heimweg und kamen gerade richtig zum Aperitif welchen wir uns gerne genehmigten, handelte es sich doch um einen „gespritzten“ Weissen, schön gekühlt. Das filetieren der Felchen ging dann umso leichter von der Hand, was wiederum dafür sorgte, dass die Wartezeit für die Gäste nicht zu lange dauerte. Es war ein feines Mittagessen! Felchenfilets - Provencial (im Kräutermantel), ganz langsam auf dem Grill gegart, frische Saisonsalate, knackiges Stangenbrot und den Weissen vom Aperitif, aber ohne Zusatz bitte. Auf einfachste Weise ohne grossen Aufwand rundet so ein gemeinsames Fischessen unter Freunden einen ohne hin schon sehr, sehr schönen Tag in „Perfektion“ ab. Felchenfischen, fangen und geniessen gehören zusammen - wie die Luft zum Atmen. In diesem Sinne!




08.05.11

Maifelchen

Der Mai gehört mitunter zu den schönsten Monaten im Jahr. Die Natur ist am erwachen und zeigt ihr vielseitig Pracht in so vielen Dingen. Die Tage werden länger und wärmer und es grünt und blüht, dass es eine wahre Freude ist. Die Felchen setzen mehr und mehr an Grösse zu und es bilden sich gar schon wieder Fettreserven für „härtere“ Zeiten. Aber auch ausserhalb des Sees ist zurzeit einiges zu beobachten. Unter den gefiederten Bewohner der Region sind Paarungsverhalten am und auf dem Wasser an der Tagesordnung und die Insekten, vielfach handelt es sich dabei um Eintagsfliegen- und Mückenarten, schwärmen zu tausenden um eine(n) Partner(in) für den Hochzeitsflug zu finden.


Bielerseefelchen


Noch immer sind die Felchen in flachen Uferzonen zu finden. Die einen sagen, sie sind dort um zu laichen, doch da die meisten Coregonenarten zu den Freiwasser Laichern gehören, scheint eine andere Theorie die besagt, sie halten sich in diesen Zonen auf um auf einfachste Weise an Nahrung zu kommen, fast zutreffender. An solchen Plätzen können sie sich nämlich problemlos am Laich anderer Fische genüsslich tun. Vor allem der Arten, welche ihr Gelege an irgendeiner Wasserpflanze heften und dann den weiteren Werdegang der Natur überlassen. Da das Ablaichen immer über eine gewisse Zeit dauern kann, könnte man aus Felchensicht von einem „Tischlein deck dich“ sprechen und das, im wahrsten Sinne des Wortes.


Möwe


Doch nicht nur dort sind die Felchen anzutreffen, auch in tieferen Regionen halten sich vermehrt grössere Schwärme auf, die gemeinsam auf Nahrungssuche umherziehen. Auch hierzu eine kleine Theorie: Vieles im Leben ist Erfahrungssache und kommt meist erst mit dem Alter. Als Jungfisch muss man auch zuerst lernen, wo, was und wie am effizientesten ist. Erst mal gesellt man sich in die Obhut eines schützenden Schwarms, später, wenn man dann seine eigenen „Erfolgs Erlebnisse“ gemacht hat, erinnert man sich als älterer Fisch daran. Das ist zumindest der Versuch einer Erklärung, warum in den flachen Regionen meist grössere und somit ältere Exemplare anzutreffen sind.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Wie auch immer, wichtig ist, dass man um solche Möglichkeiten Bescheid weiss und deshalb auch in der Lage ist, die in Frage kommenden Hot Spots einzugrenzen. In aller Regel heisst es: „Erst der Versuch macht Klug!“, doch es spricht nichts dagegen, dass man sich unter Fischern auch austauschen kann. Eine Info weitergeben und ein andermal eine erhalten – so einfach kann es sein. Zwar ist hierzu noch immer die eine oder andere Öffentlichkeitsarbeit nötig, doch in den letzten Jahren hat sich vieles geändert und es ist vermehrt ein Miteinander zu spüren – Von Fischer für Fischer!


Felchenfischer Art


Ob in der Bucht vor Le Landeron in 7 - 15m, vor der Hafeneinfahrt Erlach (Schlossseitig) in 10m, am Nordufer zwischen La Neuveville und Schafis beim Sportplatz in 17 – 20m oder vor der St. Petersinsel auf den Auelen zwischen der Krautgrenze und 18m Wassertiefe, überall sind zurzeit gute Felchenfänge möglich. Auch in der Bielerbucht sind Felchen zu finden. Dank der Infos von Alain auch dort in unterschiedlichen Wassertiefen, ansonsten verhält es sich praktisch identisch mit den Anzeichen und Erfahrungen im Oberen Bielerseeteil. Aus der Vinelzerbucht bis hinunter zum Hagneckeinlauf verkünden die Buschtrommeln gemischtes – Mal Top, mal Flop.


Eintagsfliege / Maifliege / Ephemera danica


„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück ist doch so nah!?“ Diese Weisheit machten wir uns auch dieses WE zum Credo und so fingen wir unsere Felchen auch direkt vor unserer Hafeneinfahrt. Am frühen Morgen vermehrt im Flacheren und ab 9 Uhr langsam immer in tieferen Wassern. Zwei, drei Felchen konnten wir im Zwischenwasser zum Anbiss bewegen, doch das Gros biss nach wie vor über dem Gewässergrund. Während bei Sonnenaufgang vermehrt Nymphenmuster von aktiven Wasserinsekten genommen wurden, bewährten sich später Imitationen von aufsteigenden Puppen. Unsere Favoriten dabei waren 12er Goldkopfnymphen in den Farben schwarz, rot und violett.


Bielerseefelche mit Stuckilaufrolle


Was für ein Leben, was für ein Privileg. Herrliche Stunden und Tage auf dem Wasser zu verbringen, Freunde zu treffen, Fische zu fangen und das alles bei super Wetterbedingungen. Schätzen wir uns glücklich, dass wir solches Erleben und Geniessen dürfen. Denn trotz all diesen schönen Momenten und Eindrücken gilt es nie aus dem Auge zu verlieren, dass wir immer und immer wieder auch etwas dafür tun müssen, dass es noch sehr, sehr lange so bleibt. Es ist nicht selbstverständlich eine intakte Natur anzutreffen und man bedenke, wenn man die Verantwortung stets den Anderen überlässt und Selbige das gleiche Gedankengut „pflegen“, ist es bald einmal vorbei mit der Herrlichkeit. In diesem Sinne!



25.04.11

Oster Tour de Coregon

Endlich war es soweit. Die Ostertage standen vor der Türe und somit vier Tage in Aussicht, dass Felchenfischen auf dem Bielersee rundum zu geniessen. An den Wetterprognosen war nichts auszusetzen und für einmal hielten sie was uns versprochen wurde. Sonne pur, na ja, mehr oder weniger, dafür aber immer mit angenehmen Temperaturen als Begleiteffekt. Was den Wind anbelangte, war er tagsüber wenn, nur mehr als angenehmer Begleitumstand (so wurde es nicht zu heiss) wahrnehmbar. Gleich vom ersten Tag an erfreuten wir uns an den zahlreichen Freunden und Bekannten auf dem Wasser, die alle dasselbe Ziel hatten, nämlich ihre Felchen für den kommenden Karfreitag gleich selber zu fangen. Die Zeichen dafür standen Gut und ich bin fast sicher, kein Einziger ging an diesem Tage als „Schneider“ nach Hause.


Bielerseefelche


Für einmal schien es, gab es deren „guten“ Spots viele, zumal von der Bielerbucht bis hinauf in die Buchten von Vinelz, Erlach und Le Landeron viel Positives berichtet werden kann. Auch am Nordufer zwischen La Neuveville und Ligerz, höhe Sportplatz wurde gut gefangen. Weniger „ergiebig“, doch umso grössere Exemplare von Coregonen (35 – 40cm) waren im flachen Uferbereich, so bei 5 – 8m Wassertiefe anzutreffen, in einer Tiefe ab 15m und mehr waren dann schon grössere Felchenschwärme in durchmischten Altersgruppen unterwegs. Schon von dem her war an solchen Spots einfach mehr los und zeitweise folgte, rund um, fast Drill auf Drill. Nach wie vor sind die Felchen auf der Suche nach Nahrung zwar am wandern, doch wie es scheint, haben sie sich zu grösseren Trupps vereint und verweilen dann auch schon mal länger an ein und derselben Stelle – oder – kehren nach kurzer Zeit regelmässig zurück.


Mänu am drillen


Nachdenkliches wurde mir von Mänu berichtet, der sich auf eine „Oster Tour de Coregon“ auf meinem Boot einfand. In den letzen Tagen sei er das eine oder andere Mal in der Bielerbucht erfolgreich am Felchenfischen gewesen. Da seine unmittelbaren Bootsnachbarn in derselben Zeit weniger bis gar keine Bisse verzeichnen konnten, fragten sie ihn nach seiner „gängigen“ Nymphe. Grün sei sie antwortete Mänu, mit einem roten Köpfchen, auf 12er Haken selbst gebunden und lackiert. Kein Dankeschön für die Auskunft, nur ungläubiges Staunen war die erste Reaktion. Was dann kam ist für mich unverständlich, aber, bitte lest selber. Was für einen Bären willst denn du junger Anfänger uns alten Hasen da aufbinden, fragte der Eine!? Worauf Zweiter er nachhakte und meinte, solch einen Unsinn habe er bis Dato noch nie gehört – grüne Nymphen mit roten Köpfchen??? Und die Moral von der Geschichte: „Wer nicht glauben will muss warten, sprach die Felche mit Lust auf grüne Nymphen!“


Mänu


Vieles beim Fischen ist Kopfsache und es funktioniert, weil man daran glaubt was man tut. Mänu fing seine Felchen mit den Grünen und ich meine mit, na mit was wohl, den Schwarzen, Roten und Violetten – Nymphen. So muss es sein, so macht das Felchenfischen Freude und Spass. Fangerfolg mit seinen eigenen ganz speziellen Ködern und die im direkten Vergleich mit anderen nicht schlechter oder besser sind – der Glaube versetzt Berge! Solche Momente generieren Sicherheit und diese wiederum lässt einem das Drumherum mehr und mehr geniessen. So bleibt auch immer wieder Zeit für einen gemütlichen Schwatz, ein Zimmis (Zwischenverpflegung) oder ein Spässchen in Ehren von Boot zu Boot.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Die Morgenstimmung lud ebenso ein, wie die untergehende Sonne am Abend. Den Felchen war es für einmal einerlei und so wurde die ganzen Tage über immer wieder, praktisch zu allen Zeiten, gefangen. Vorwiegend auf und über dem Gewässergrund, Versuche im Zwischenwasser wollten noch nicht so richtig „fruchten“. Im flachen Wasser musste man mit harten Bissen rechnen, die Gerät und Fischer(in) von erster Sekunde an voll forderten. Die Felchen gingen meist ab wie Torpedos und nicht selten kamen die „tobenden“ Fische über kurz oder lang immer wieder von selber aus. Gefühl hiess die Devise – doch das ist auch einfacher gesagt als getan. Denn das allmählich spriessende Kraut in nächster Umgebung lud nämlich nicht wirklich dazu ein, seine Gambe/Hegene jedes Mal daraus befreien zu müssen. Ja, auch das gehört zum Fischen – Fair Fischen bedeutet - Gleiche Chancen, für Mensch und Tier!


Bielerseefelchen


Und nun sind sie schon wieder vorbei, diese herrlichen vier Tage. Ein klitzekleiner Wehrmutstropfen war heute die aufkommende Bise, doch am frühen Morgen bis gegen Mittag hielt sich diese in Grenzen und ich erwähne sie nur als Randnotiz der Vollständigkeit halber. Zum Schluss noch dies, wir hatten täglich frischen Fisch, logisch Bielerseefelchen, auf dem Tisch. An manchen Tagen reichte es gar für zwei Menüs. Am Mittag gegart mit frischen Spargeln, nach Müllerinnenart im Mehl gebraten, oder im Bierteig frittiert – und – zum Znacht (Abendessen) auf dem Grill oder geräuchert. Sind wir nicht privilegiert das wir Solches erleben und geniessen dürfen? Ich finde, das sind wir und deshalb tragen wir Sorge dazu, dass es noch lange so bleibt. In diesem Sinne!



17.04.11

Cori die Felche

„Einst war ich eine Weltenbummlerin – Heute schwimme ich im Bielersee in der Schweiz umher“


Cori`s Perspektiven

„Sie sagt: Was heisst hier Theater? Er sagt: Ihr Weibchen seid alle gleich. Wenn es mal mit dem Nachwuchs nicht klappt, sind wir Männchen schuld. Sie sagt: Aber wenn ich es doch gehört habe. Unsere Verwandten vom Thunersee klagen schon seit geraumer Zeit darüber, dass etwas nicht mehr stimmen täte! Er sagt: Ok, Ok, dann lass ich mich halt mal vom Biologen untersuchen. Sie sagt: Wie immer stimme ich dir zu, wusste ich doch, dass du nur das Besten für unsere Art möchtest!“

Hallo allerseits, ihr da im Trockenen. Rein zufällig habe ich ein Gespräch von meinen Nachbarn mitbekommen - so von Schärkante zu Schärkante versteht sich und es macht mir schon ein wenig Sorgen, dass mit unserer Felchen Population im Bielersee, was die Fortpflanzung anbelangt, etwas nicht stimmen könnte. Eigentlich werden wir Fische eher selten krank. Ausser, es treten von Aussenstehenden verursachte Umstände ein, auf die wir und unser Habitat nicht vorbereitet sind. Oft gehen solche Prozesse schleichend vonstatten und wenn man es dann endlich bemerkt, ist es oft und öfters zu spät um zu agieren (vorzubeugen). Reagieren ist dann zwar das mindeste, aber, leider kommen solche Massnahme immer erst im Nachhinein.


Cori die Felche


„Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die sich mit vollem Elan einsetzen.“

Nun denn, ich bin sicher, dass Ihr Menschen alles Mögliche unternehmen werdet. Nur schon die laufende Aktion mit den „Testfängen“ zeigt mir, dass ein grösseres Interesse an unserer Gesundheit besteht. Gespannt warten ich und meine Spezies auf die Resultate. Bevor es aber soweit ist, heisst es Ruhe bewahren! Es bringt nichts zu mutmassen oder sich in hellseherischen Aktivitäten profilieren zu wollen. Diese Untersuchungen sind Anbetracht der Vorkommnisse in anderen Seen eine reine Vorsichtsmassnahme. Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die sich mit vollem Elan einsetzen. Seien es die Verantwortlichen meines Gewässers, den Wissenschaftlern, den Bewirtschaftern und nicht zuletzt all denjenigen Fischern, die ihren Fang für die Untersuchungen zur Verfügung stellen. Auf eine gemeinsame Zukunft - in einer intakten Natur. Mit glitschigen Flossen - in diesem Sinne!

es grüsst

Cori die Felche



03.04.11

Felchengramm

Schön war`s .....

Herrlich, fantastisch, einfach Hammer - mässig dieses „Sommerwetter“ anfangs April. So lässt es sich Leben, so macht Felchenfischen wirklich Spass! Was aber das Felchen fangen anbelangt, bin ich nicht sicher, dass es die Coregonen auch so sehen wie wir Fischer. Sie sind zurzeit alles andere als Standorttreu und wandern, auf der Suche nach Nahrung, stetig umher.


Felchenfischer Art


So ist und war es auch dieses Wochenende. Während wir am Samstag die St. Petersinsel umrundeten, versuchten wir es heute Vormittag zwischen La Neuveville und Twann. Wir konnten praktisch an jedem Spot eine oder zwei Felchen fangen, aber, wenn sie durchgezogen waren, waren sie meist auch gleich weg. Die kleinen Felchen halten sich vermehrt in den Oberen Bieleseebuchten auf, die im tieferen Wasser waren – wenn – ausnahmslos massig.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Fein gebundene schwarze und rote Nymphen sie die Felchenköder, die im Frühjahr immer wieder gerne genommen werden. Je nach Wassertrübung/Klärung sind mal hellere oder dunklere, violette Muster die Favoriten. Obwohl der Wasserkörper langsam wärmer wird, spielt sich doch noch vieles im und auf dem Gewässergrund ab. Solange sich die Nährtiere der Felchen dort aufhalten und sich nicht in grösserer Anzahl verpuppen um an die Wasseroberfläche zu steigen und als fertiges Insekt (z.B. als Zuckmücke) zu schlüpfen, sind die erfolgversprechendsten Stellen immer auf und wenige (Zenti-) Meter über dem Boden. Schön war es allemal, wir hatten Fischkontakt und jede Menge Spass und Freude, so darf es weitergehen. In diesem Sinne!



27.03.11

So La La .....

..... oder ähnlich könnte man, ohne zu untertreiben, das/die vergangene(n) Wochenende(n) des „Mensis Martius“ umschreiben, sowohl was das Felchenfischen aber auch das Wetter anbelangte. Bessere und weniger erfolgreichere Tage gaben sich die Hand, ebenso folgte auf Kälte Hitze wie umgekehrt. Schon klar, dass man es halt nehmen muss wie es kommt und möglichst das „Beste“ daraus zu machen sei. Aber, das ist auch einfacher geschrieben als in die Tat umgesetzt. Doch soll man in solchen Zeiten einfach resignieren und für jedes und alles eine Ausrede parat haben? Für uns gilt definitiv: „Nein!“ Wir nehmen „fast“ alle solche „Herausforderungen“ an und sehen darin einen ganz speziellen Reiz. Nämlich den, in Zeiten wo andere schon gar nicht erst ans Wasser gehen, auch dann noch „einen“ Fisch zu fangen. Merke: „Fischen fängt erst dann richtig an, wenn die Fische aufhören zu beissen!“


Bielerseefelche


Am Samstagmorgen war der Himmel schon seit Tagesbeginn mit Wolken überzogen und das wenige Blau, meist mit kurzer Sonneneinstrahlung, hielt sich sehr in Grenzen. Zudem war es, gelinde Ausgedrückt, einfach nur kalt. Die Spots der vergangenen Tage waren die Buchten Le Landeron und Erlach, jeweils gleich rechts und links des Zihlkanal Einlaufs. Auch in den jeweiligen Buchten selber waren einzelne Fänge möglich, man musste ganz einfach auf einen Schwarm Felchen stossen und solange sich diese unter dem Boot auf Nahrungssuche aufhielten, durfte man auf Bisse hoffen. Es war interessant zu beobachten, dass diese in grösserer Tiefe eher fein ausfielen, während in Ufernähe im flacheren Wasser schon fast von richtigen „Hacker“ Bissen berichtet werden kann.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Doch waren diese Erkenntnisse dann schon bald auch einmal alles, was es an Regelmässigkeiten zu erkenne gab. Hatte man die Felchen gefunden, liessen sie sich fangen, waren sie fort, musste man sie Suchen. Geduld wurde noch wenig „Belohnt“ – Selbstinitiative heisst die Lösung – und – schon wären wir wieder beim Reiz. Dementsprechend war es ein stetiges Hin und Her der Fischerboote, wobei wir wohl nicht explizit darauf hinweisen müssen, dass auch wir, Teils mehr oder weniger, zur Selbigen gehörten. Wenigstens kam durch die „Anstrengungen“ beim Heben des Ankers wieder etwas Wärme in unsere „alten“ Knochen und so war auch diesem Unterfangen noch etwas „Gutes“ abzugewinnen.


Hanspeter


Schwarze Nymphen waren mit den Roten die Favoriten. Gebunden aus Floss mit einem feinen Köpfchen aus Bindegarn gewunden, imitieren diese die aus dem Sediment auf dem Gewässergrund stammenden Zuckmückenlarven, welche sich zur Nahrungsaufnahme aus ihrem schützenden Habitat erheben. Neben einem entsprechenden Köder, der dem Gusto der Felchen entspricht, muss man, wenn man denn so einen Spot gefunden hat, auch das Verhalten der Nährtiere der Coregonen möglichst täuschend imitiert werden. Auch hierbei gilt, wie übrigens allgemein beim Fischen in Gewässern mit kalten Temperaturen, weniger Aktion ist meist immer mehr. Langsamstes Heben, immer wieder Stopps dazwischen, ja gar ein längerer Stillstand auf einer Höhe kann zu einem Anbiss verleiten. Merke: „Das Wissen um die Nährtiere der Fische bringt einen jeden Fischer dem Fangerfolg näher!“


Schloss Erlach


Am späteren Nachmittag, zwischen zwei kurzen Regengüssen, machten wir uns auf die Heimreise. Die Felchenfilets, gut gewürzt mit der Fischgewürz Mischung von HRH, in feiner Butter gebraten ergaben ein ausgezeichnetes Dinner am Abend. Was rundet einen Fischtag perfekter ab, als ein solcher Genuss! Die Vorfreude darauf ist es doch allemal Wert sich dem Reiz hinzugeben und wer es von dieser Warte aus betrachtet, wird es sich das nächste Mal zweimal überlegen für was er sich im Zweifelsfall entscheidet. In diesem Sinne!



05.03.11

Fischer`s Frei – Tag

Was wäre wenn, der Freitag ein Frei - Tag wäre, was der Name ja eigentlich auch schon in sich selber aussagt und weil derselbe nach alter Überlieferung eigentlich ein Fastentag ist, wo man auf Fleisch zu verzichten habe und dessen eben mit Fisch vorlieb nehmen sollte, man doch das Eine mit dem Anderen verbinden könnte und so am Freitag Frei hätte um sich dem Fang von Fischen widmen zu können. Je länger ich über diese Idee nachdenke, desto besser will sie mir gefallen! Nun nur noch schnell die Räte davon überzeugen und schon könnte man diesen Vorschlag zu einem Gesetz umwandeln, was ja in Anbetracht der Fülle und von sinnvollen Neuen Fischereigesetzen wohl auch nicht mehr als andere aus dem Rahmen fallen dürften. Es lebe die (Fischer-) Welt und ihre Regeln – auf das, dass noch möglichst viele folgen mögen.


Bielerseefelche


Am vergangenen Freitag unternahmen wir einen erneuten Versuch die Felchen im Oberen Bielerseeteil zu finden. Überaschenderweise war das für einmal gar nicht schwer. Ein paar hundert Meter aus dem Hafen von Le Landeron waren sie in einer Wassertiefe von +/- 20m aktiv bei der Nahrungsaufnahme auf den Bildschirm des Fishfinders auszumachen. Immer knapp (1 – 2m) über dem Gewässergrund und öfters in grösserer Anzahl. Unsere Nymphenwahl, was die Farben anbelangt, bleibt stets die Selbe, nämlich Schwarz, Rot und Violett, betreffend der Form, entschieden wir uns für Muster mit einem Goldköpfchen.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Dies entschieden wir aus zwei Gründen. Erstens war das Wetter trotz leichtem Wind (Bise) sehr sonnig und zaghaft mild, was oft bei den Fluginsekten im Wasser (im Vorstadium) für erste Frühlingsgefühle sorgen kann. Und zweitens, wann immer die Sonne scheint, machen sich kleine und grössere Reizeffekte an jegwelchen Ködern immer gut. Das kann wie in unserem Fall ein goldfarbenes Köpfchen sein, aber auch eine silberne Rippung an einer Nymphe hat ihren nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Beissverhalten von Felchen (Fischen i.A.).


Bielerseefelchen


Nach eher zähem Ringen und Suchen der Felchen an den vergangenen Wochenenden, durften wir für einmal wahre Sternstunden auf dem Wasser erleben. Immer wieder bissen die Felchen, auch wenn es gegen Mittag und ab 15 Uhr merklich weniger wurde. Kleinere grössere Pausen gab es dazwischen, doch diese waren nicht allzu lange und kaum hatte man daran seine Gedanken verschwendet, lösten sich diese mit dem nächsten Anbiss von alleine in Luft auf. Dasselbe gilt für die erlebten Tage und Stunden die hinter uns lagen, was zählt liegt in der Gegenwart und der Zukunft – Auf fischreiche Tage – In diesem Sinne!



12.02.11

FF Botschafter

Was kann man als Felchenfischer (Fischer i. A.) tun, wenn die Felchen partout nicht beissen wollen? Ganz einfach, man muss sich damit abfinden. Es gibt Zeiten, da heisst es: „Es ist so, weil ist so!“ Das ist eine Tatsache mit der wir in Verbindung mit der Natur immer rechnen müssen. Weiter suchen und probieren lautet die Devise – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wer sich durch solche Situationen entmutigen lässt, der sollte sich ein anderes Hobby zulegen, eines, das sich halt mehr ausrechnen lässt. Allen anderen habe ich einen Ratschlag, wie sich auch in solchen Zeiten noch einiges an „Profit“ herausschlagen lässt. Selbst wenn nun dieser nicht direkt mit dem Fangerfolg zu tun hat, so lässt sich aber mit jeder Garantie sagen, dass alles was man neben dem Fischefangen für sein Hobby tut, für unsere Passion auch sehr wichtig ist!


Bielerseefelche


Alle Fischer, ohne Ausnahmen repräsentieren unsere Gilde am und auf dem Wasser. Jeder Einzelne von uns wird mehr oder weniger von unseren Mitmenschen wahrgenommen und zwar so, wie er sich gibt. Vor allem Nichtfischer machen sich aus unserem Verhalten ein Bild und das geben sie weiter. Doch wir können noch viel mehr tun! Vor allem in solchen Zeiten, wo im Moment eh nicht viel in Sachen Fischefangen geht, können und müssen wir als Botschafter für unsere Sache auftreten. Ein paar klärende Worte hier, ein paar interessante Fakten da, meist wecken diese schnell bei unserem Gegenüber Interesse. Und schon macht sich manch Einer im Verein, an der nächsten Stammtisch Diskussion oder der kommenden Abstimmung über z. B. die Restwassermenge, Gewässerverschmutzung, Renaturierung, Nachhaltiger sowie sinnvoller Besatz, Kormorane u.s.w., ein paar Gedanken mehr zum Thema. Wie wichtig dies für uns Fischer sein kann, lässt sich anhand einer kleinen Rechenaufgabe rasch Erleutern.


Vinelzerbucht


In der Schweiz sind wir circa 145`000 Fischer (Patentbezüger). Wenn nun jeder Einzelne nur 3-4 Mal (darf auch gerne mehr sein!) pro Jahr als positiver Botschafter unseres Hobbys auftritt, ergibt das im Schnitt eine halbe Million mal Öffentlichkeitsarbeit (PR) in Sachen Fisch und Natur. Solches Verhalten zeigt Wirkung, also lasst es uns Nutzen! Jammern kann jeder, etwas dafür tun ist aber in diesem Fall gar nicht schwierig. Ob man nun seine Freude über einen Fang mit anderen teilt und erklärt warum es überhaupt noch möglich ist einen Solchen zu machen, oder ob man nun aufzeigt, warum in einem Gewässer das Fische fangen schwer und schwerer geworden ist weil ….. Solches und vieles mehr trägt dazu bei, bei unseren Mitmenschen Verständniss für unsere Anliegen zu wecken. Wir sind nicht wenige und es braucht wie geschrieben nicht viel um etwas zu tun – packen wir es an, der Weg ist das Ziel.


Bielerseefelchen / Felchenfischer - Art


Nach wie vor war auch dieses Wochenende nicht wirklich viel los auf dem Oberen Bielerseeteil. Wir haben die Felchen gesucht und auch die Eine oder Andere gefangen. Wir genossen die wärmenden Sonnenstunden auf dem Wasser und im Kreise von Gleichgesinnten tauschten wir unsere Erfahrungen aus. Wir gaben Ratschläge weiter und erhielten dafür wertvolle Tipps. Im Hafen und auf dem Wasser konnten wir PR für die Wichtigkeit der Felchen - Bewirtschaftung in unseren Seen an Interessierte weitergeben, indem wir uns ganz einfach die Zeit dafür nahmen. Am Abend, beim gemeinsamen Umtrunk, gelang es uns sogar einen Gemeinderat eines Anrainerdorfes davon zu überzeugen, dass in der Sardinenbüchse eben auch Fisch drin steckt und das es das Eine ohne das Andere so nicht geben würde. Er hat uns zum Schluss versprochen, dass er sich von nun an intensiver mit den Details für unsere Fischeranliegen auseinander setzten wird – und – uns scheint, wir haben so doch nun schlussendlich alle von diesem herrlichen Tag profitiert, von Fischer für Fischer. In diesem Sinne!



30.01.11

Und immer noch .....

..... nichts Neues von der Felchenfront im Oberen Bielerseeteil. Einzelne Fänge von guten Felchen sind zwar nach wie vor möglich, doch das Gro der gefangenen Fische sind Untermassige. Vor allem in den flacheren Uferzonen erwiesen sich praktisch alle „guten“ Anzeichen auf dem Fishfinder als „Kindergarten der Coregonen“. Hartnäckige Fischer mit Sitzfleisch berichteten, dass gerade mal auf zwanzig (20) Felchen eine oder zwei Massige dabei wären. Wir hielten uns wenig in diesen Zonen auf, vielmehr machten wir uns erneut auf die „Grosse Suche“.


Bielerseefelche


Wie nicht anders erwartet, gestaltete sich auch dies Unterfangen als zäh und nicht wirklich erfolgreich. Gegen den Uhrzeigersinn kreuzten wir die Buchten vor Le Landeron, Erlach und Vinelz mit wenig Hoffnung auf grössere Felchenschwärme. Berichte von Fischerkameraden und die eigene Erfahrung liessen es erahnen. Die Schärkanten entlang des Heidenwegs waren beidseitig ebenso fischarm, wie die der Südseite runter nach Lüscherz bis zum Hagneckeinlauf. Die Hot Spots auf den Auelen vor der St. Petersinsel, ganz in Gegensatz zu unserem letzten Besuch, waren praktisch verweist, ja man kann sogar von „leer“ sprechen. Auf der Nordseite von Ligerz (Kt. Fischzuchtanlage) bis hoch nach La Neuveville fanden wir zwar in grösseren Tiefen ab 24m im Zwischenwasser gute Anzeichen auf ein etwas regelmässigeres Felchen - Stelldichein, doch diese zeigten sich, was ihre Bisslaunen anbelangte, auch eher abgeneigt als beissfreudig.


Felchenfischen auf dem Bielersee


So kam es wie es kommen musste, eine gute Felche hier, eine da und die nächste, dass wussten die Fischgötter. Grössere Ansammlungen von Booten waren mehrheitlich die Ausnahme, viel eher traf man auf „Einzelkämpfer“, die an allen möglichen und unmöglichen Spots ihr Glück versuchten. Für die allermeisten Petrijünger, inkl. meiner Wenigkeit, ist Fischen mit Fische fangen gleichzusetzen. Doch wenn man es sich genauer überlegt, machen doch gerade diese unerklärbaren Umstände auch mit Bestimmtheit eine gewisse Faszination bei unserem Hobby aus. Oft und öfter liegt der Reiz im Unbekannten, denn alles andere verkommt schnell einmal zur Routine und wird mit der Zeit und der Regelmässigkeit nur noch langweilig.


Felche im Drill


Für uns hat es ein weiteres Mal gepasst. Von neblig - kalt am frühen Morgen, zu sonnig - angenehm ab dem Mittag, mit ein paar Felchen in der Kühlbox und viel Informationsaustausch unter Gleichgesinnten. Merke: Was dir heute nicht gelang, dass gelingt dir vielleicht morgen – das gehört zum Felchenfieber und sorgt für die Vorfreude auf die kommenden Stunden am und auf dem Wasser. In diesem Sinne!



15.01.11

Uf u dervo

So schnell kann es manchmal gehen. Hatten wir in den vergangenen Tagen das sprichwörtliche Felchenglück auf unserer Seite, mussten wir heute die Schwärme suchen, was sich schwieriger gestaltete als angenommen. Die Odyssee begann um 7.30 Uhr und endete nach 16.00 Uhr. Wir waren mehr am Suchen als am Fischen, was besonders mich nicht immer ganz glücklich macht. Doch was will/soll man machen?


Bielerseefelche


Ob Segen oder Fluch, die Technik in Form moderner Fishfinder zeigt uns sofort ob es sich lohnt den Anker zu setzen oder nicht. Gerade in solchen Zeiten wo die Wetterverhältnisse ein wenige „verrückt“ spielen und demzufolge die Natur nicht wie erwartet reagiert, bieten uns diese Hilfsmittel grosse Dienste. Aber eben, das Finden der Felchen ist das Eine, das Nichtfinden halt das Andere. So kann es dann leicht einmal vorkommen, das Suchen und tatsächliches Fischen in einem „schlechten“ Verhältnis zueinander stehen. In solchen Situationen einen allgemeinverbindlichen Ratschlag zu geben ist schlicht unmöglich, ein jeder muss für sich selber entscheiden, wie er seine Zeit auf dem Wasser einteilen will.


Die Auelen vor der St. Petersinsel


Wie oben geschrieben, bin auch ich kein Freund vom „langen“ Suchen und doch, packt es auch mich ab und an. Auch ich bin erst am Abend schlauer, ob es sich nun „gelohnt“ hat oder nicht. Damit meine ich nun nicht die Anzahl gefangener Felchen im Körbchen, sondern viel mehr, ob es mir gelungen ist die Wege der herumziehenden Schwärme zu entdecken. Sind sie in der Tiefe oder eher in flacheren Bereichen zu finden, fressen sie entlang der Strömungskanten oder liegt es gar daran, dass das natürliche Nahrungsangebot der Felchen (Wasserinsekten) eben zurzeit wo anders aktiv ist? Das sind Fragen die mich interessieren, das ist die Herausforderung die ich darin sehe.


Krumme Rute


Wer suchet der findet. Auch wir durften die eine Felche hier und die andere Felche da fangen. An manchen Spots mit vielen Anzeichen für Fisch auf dem Fishfinder fingen wir ausschliesslich, regelmässig Untermasige Felchen zwischen 22 – 24cm. An solchen Plätzen hielt es uns jeweils nicht lange und unsere Odyssee ging weiter.


Nordufer zwischen Ligerz und La Neuveville


In den Buchten vor Le Landeron und Erlach ging am frühen Morgen rein gar nichts. Entlang der Schärkanten des Heidenweg Richtung Vogelturm waren praktisch in allen Wassertiefen nur kleine Felchen zu finden. Beim Anlegesteg Nord der St. Petersinsel fingen wir zwar die ersten Massigen, doch die Felchen zogen sehr, sehr spärlich ihre Runden und mit nur zwei Piepsern pro 30 Min. vom Fishfinder war das auch nicht das Gelbe vom Ei. Auf den Auelen vor der Insel, etwa Höhe Hagneck Einlauf - in 17 – 20m Wassertiefe, fanden wir gegen Mittag endlich vielversprechende Anzeichen dafür, dass sich die Felchen an dieser Stelle etwas länger und in grösserer Anzahl aufhalten mussten.


Bielerseefelche


Unsere Indizien wurden bald einmal durch feine, aber dennoch gut erkennbare Bisse bestätigt. Etwas mehr als zweieinhalb Stunden hielt diese Szenerie an, dann war auch an diesem Spot der „Spuck“ vorbei – aber endgültig. Auf der Heimfahrt versuchten wir unser Glück noch ein letztes Mal am Nordufer zwischen Ligerz und La Neuveville. Auch hier fingen wir Untermasige, doch immerhin dazwischen immer wieder schöne Felchen bis 30cm. Es war den Umständen entsprechend ein interessanter Tag was die Felchenfischerei an sich anbelangte. Dazu schien die Sonne schon bald am Vormittag am Firmament und die Temperaturen von +10 Grad Celsius liessen schon fast Frühlingsgefühle aufkommen. Wäre da nicht die schwache Bise (ca 2 Bft. / 8-10 kmh) gewesen, die kurz vor Mittag einsetzte und das „Wohlfühlgefühl“ umgehend merklich beeinflusste. Uf u dervo - wohin auch immer - wir kommen wieder - dem Felchenfieber sei es gedankt. In diesem Sinne!



11.01.11

Felchengramm

Ein Hallo vom Greifensee …..

….. erreichte felchenfischer.ch die vergangenen Tage von Pimpmaster Renato and Friend`s.

Bei guten Fängen und fantastischen Stimmungsbilder durften wir herrliche Stunden mit Gleichgesinnten beim Felchenfischen auf dem Greifensee geniessen.


Felchenfischen auf dem Greifensee


Es ist immer wieder sehr eindrücklich was uns die Natur zu bieten hat. Es gleicht einem einzigartigen Schauspiel im perfekten Zusammenspiel mit Farben und Licht.


Erst die "Arbeit", dann das Vergnügen


Wir grüssen auf diesem Wege alle Felchenfischer „Around the World“ und ganz besonders unsere Freunde vom Bielersee!

Renato and Friend`s

11.01.2011



01.01.11

Felchensaison Eröffnung 2011

Der 01.01. eines jeden neuen Jahres bedeutet für uns der Start in eine weitere Felchensaison auf dem Bielersee und die wollten, konnten und durften wir nicht verpassen. Die Vorfreude war riesig und das Felchenfieber am glühen – nicht einmal die frostig – neblig - diesige Wetterlage mochte daran etwas zu ändern. Saisoneröffnungen sind immer etwas spezielles, man weiss nie so richtig, was einen erwartet. Was genau macht eigentlich einen Saisonstart einzigartig? Gute Frage, evt. liegt es daran, dass es eben der Anfang einer neuen Saison ist, oder ganz einfach, weil man halt dabei sein will. Wie auch immer, scheint für einmal mehr der Grund zweitrangig. Wer möchte der darf und soll und wer nicht, für den beginnt die Felchenzeit halt dann, wenn es Ihr/Ihm zu passen kommt. Felchenfischen (Fischen i.A.) hat viel mit Freude und Spass an der Sache zu tun und nur wer es von dieser Warte her betrachtet, wird am Abend den vergangenen Tag in zufriedener und glücklicher Erinnerung behalten.


Bielerseefelchen


Punkt 8.30 Uhr hatten wir uns beim Bootsplatz verabredet. Hanspeter hatte einmal mehr, wenn wundert es, sein Boot schon startklar als ich mich vor Ort einfanden. Nach der Begrüssung und einem kurzen Anstossen mit einem heissen Punch auf das Neue Jahr, ging die Fahrt hinaus auf den See schon bald einmal los. Dass wir heute Morgen nicht zu den ersten Fischern auf dem Wasser zählen würden, haben wir schon vom Ufer aus gesehen. Nichts desto Trotz zog es uns zu Beginn in die Nähe derer, die auf der Suche nach ihrem Felchenglück zwischen der Erlacherbucht und der St. Petersinsel vor Anker lagen. Ein Hallo hier, ein Gutes neues Jahr da bekamen wir zu hören - wenn wir uns aber nach dem Fangerfolg erkundigten, hiess es praktisch einstimmig, es läuft nicht viel oder, sie wollen (noch) nicht beissen. Als wir unseren Hot Spot der vergangenen Jahre nähe Vogelturm erreichten, konnten wir auf dem Bildschirm des Fishfinders in Grundnähe interessante Hinweise von kleineren Felchenschwärmen ausmachen. Zwar wurden diese innert einer Minute weniger wenn man das Boot stoppte, doch die Felchen kehrten immer wieder mit einer gewissen Regelmässigkeit zurück. Diese Voraussetzungen liessen uns in einer Wassertiefe von ca 21m den Anker setzen und nur wenige Augenblicke später glitten unsere Nymphen an der Gambe/Hegene dem Gewässergrund und somit unserer erhofften Beute entgegen.


Felchenfischen auf dem Bielersee


Schnell bekamen wir die ersten Bisse, mit Vorliebe wurden rot/schwarze und schwarz/rote Nymphen mit gebundenen Köpfchen aus Floss genommen. Von Beginn weg waren sämtliche Felchen gut massig, Untermassige waren keine dabei. Schlank und rank kamen sie daher. Bei einzelnen Felchen konnte man deutlich den rauen Laichausschlag auf ihrem Schuppenkleid und der Kopfpartie spüren, jedoch hatten alle erbeuteten Fische vollständig abgelaicht. Wir blieben bis zum Mittag an ein und demselben Spot, lediglich der leichte Wind veränderte unsere jeweilige Lage. Mit Unterbrüchen von bis zu 30 Min. stellte sich eine gewisse Konstanz, was das Beissverhalten der Felchen anbelangte, ein und so gelangen uns durchaus immer wieder sehr gute Fänge hintereinander. Womit der Gewissheit auf ein feines Dinner am Abend, im Beisein der Familie und Freunde, nichts mehr im Wege stand.


Hanspeter / Felchenfischer - Art


Es war nicht die „einfachste“ Felchensaison Eröffnung die wir bis Dato auf dem Bielersee erleben durften. Das zeigte sich nicht nur während des Vormittags an den ständig suchenden Fischern, sondern zog sich über den ganzen Tag hin. Zwischen 12 - 14 Uhr zeigte praktisch keine Felchen mehr Interesse an jeglicher Nahrungsaufnahme. Ein solches Verhalten kann man auf die Beisszeit(en) zurückführen, wobei da immer zu erwähnen ist, dass diese wiederum abhängig davon ist/sind, wie es sich mit der Nahrung der Fische verhält. Gefressen wird logischerweise eben dann, wenn es etwas zu fressen gibt.


Bielerseefelche


Was heisst das nun genau? Ganz einfach, wenn es viel zu fressen gibt, wird über einen sogenannten Gencode (besitzt jeder Fisch von Geburt an) ein Fressrausch ausgelöst. In solchen Momenten lassen sich Felchen (Fische i.A.) mit fast allem fangen, was auch nur annähernd in ihr Beuteschema passt. Nun dürfte klar sein, dass in Zeiten wo kein natürliches Futter zur Verfügung steht, die Chancen auf einen Erfolg geringer bis gar gleich Null sind. Das sind dann die Stunden oder Tage, die einen „wahren Kundigen“ seines Fachs ausmachen. Während dieser die Zusammenhänge schnell zu deuten vermag und sein Gerät für einmal beiseite legt, kommen dem weniger versierten Fischer die ersten Zweifel an seinem Tun und Handeln. Noch schlimmer wird es, wenn man darüber den Glauben und die Freude an seinem Hobby verliert. Solches oder ähnliches haben auch wir schon viele Male miterlebt - da muss man durch als Fischer, darüber muss man stehen können. Auf weniger gute Tage folgen bessere, dass ist so und das war schon immer so.


Felche im Feumer


Auch wir übten uns ab dem Mittag in Geduld, doch hat diese selbst für „Kundige“ ihre Grenzen. Kurz nach 14 Uhr entschlossen wir uns doch noch für einen Platzwechsel und so fuhren wir den See hoch, mit dem Ziel unser Glück in der Erlacherbucht erneut auf die Probe zu stellen. Auf halbem Wege entlang der Schärkanten am Heidenweg piepste der Alarm des Fishfinders verdächtig oft, was uns veranlasste einen Zwischenstopp einzulegen. Die Wassertiefe betrug noch knapp 17 - 18m und das Piepsen wollte nicht mehr aufhören. Grund genug für uns, es an dieser Stelle zu probieren. Hanspeter tauschte dafür extra seine Nymphen (Gambe/Hegene) vom Vormittag gegen solche mit einem Goldköpfchen aus - wer weiss, wer weiss!? Was die Wahl der Farben anbelangte vertraute er nach wie vor auf Rot und Schwarz, denn wenn diese am Vormittag von den Felchen wahrgenommen wurden, warum also nicht auch zu späterer Stunde.


Fishfinder


Die Reaktionen in Form von Bissen kamen schnell. Nicht mehr ganz so heftig, aber immer noch deutlich erkennbar. Einen grossen Unterschied was die Nymphenwahl anbelangte konnten wir nicht feststellen, einzig bei der Präsentation gab es eine entscheidende Abweichung. Während Hanspeter seine Nymphen mit Goldköpfchen bloss ruhig knapp über dem Gewässergrund schweben lies, brauchte es bei meinen Nymphen mit gebundenen Köpfchen aus Floss mehr Aktion in Sachen Hoch-, Tiefbewegungen. Unter dem Strich aber waren wir, was den Fangerfolg anbelangte, in etwa auf gleicher Augenhöhe. Was auch noch interessant ist, sämtliche Felchen die wir an diesem Spot überlisten konnten, waren durchwegs 2 - 4cm grösser als ihre Artgenossen aus der tieferen Region. So verging eine weitere gute Zeit mit tollen Drills und Fängen.


Bielerseefelchen


Eigentlich wurde ja schon fast alles geschrieben: Eine Felchensaison Eröffnung mit Felchen - gefangen in angenehmer Gesellschaft mit Gleichgesinnten - mit Material und Köder das hielt was es versprach. Das Felchenfieber konnte fürs Erste auf ein erträgliches Mass reduziert werden, so, dass die Zeitspanne bis zum nächsten Ausflug auf den Bielersee zu ertragen ist. Wir wünschen allen Felchenfischern, auf welchem Gewässer auch immer Ihr eurer Leidenschaft frönt, eine spannende und erfolgreiche Felchensaison 2011. In diesem Sinne!



19.12.10

Pro Fisch

Das Fangen von Fischen ist ein einzigartiges Erlebnis und bereitet einem ein unbeschreibliches Gefühl und nur wer einmal selbst einen Fisch gefangen hat, kann dies nachvollziehen. Der Urtrieb des Homo sapiens, die Suche nach Beute, welcher in unseren Genen nicht völlig ausgelöscht ist, wird beim Fischen ausgelebt und führt uns zurück zu den Wurzeln unserer Anfänge. Fischen bedeutet Erleben und Geniessen - ein verschmelzen mit der Natur - Leidenschaft und Passion - Verantwortung und Hingabe - Erfolg und Misserfolg sowie Balsam für die Seele. Heutzutage geht es beim Fischen mit der Rute schon lange nicht mehr ums Überleben, schon gar nicht um den Broterwerb, sondern um den fairen Umgang mit der lebenden Kreatur, der mit Respekt begegnet werden muss. Lange schon bevor Tierschutz in Gesetzen und Verordnungen definiert war, entstanden für die Fischerei mit der Rute ungeschriebene Regeln unter den Fischern, die sogenannte Waidgerechtigkeit.

Unter Waidgerechtigkeit beim Fischen versteht man ein gewisses Verhalten, dass für jeden Fischer gelten sollte. Dieses umfasst unter anderem die Hege und Pflege der Gewässer sowie deren Fischbestände und den Verzicht auf bestimmte als grausam geltende Fischereitechniken. Solches Verhalten ist nicht fest definiert, sondern unterliegt einer stetigen Weiterentwicklung.


Pro Fisch


Gesetze und Verordnungen gilt es einzuhalten, auch in der Fischerei. Die Sinnfrage lassen wir hier für einmal ausser Acht, die müsste ja eh von Fall zu Fall genauer untersucht werden. Doch was heisst das genau? Sind wir nun der Eigenverantwortung enthoben? Sind wir nur noch Marionetten, die wie an den Schnüren gezogen funktionieren? Das kann es nicht sein! Ein schmächtiger Fisch bleibt immer ein schmächtiger Fisch und wenn man ihn nicht wachsen lässt, hat er schlussendlich keine Chance sich weiter zu Entwickeln. Um zu diesem Schluss zu kommen, braucht es nicht zwingend Vorschriften, dazu reicht ein gesunder Menschenverstand völlig. Dieses Handeln nennt man dann Eigenverantwortung und die kann man keinem Menschen verbieten. Im Gegenteil, als eine der höchstentwickelten Spezies auf diesem Planeten ist es unsere Pflicht, der Natur und ihrer Fauna gegenüber Sorge zu tragen. Pro Fisch gerechtes Fischen geht weit über die zwischenzeitlich in Tier- und Naturschutzgesetzen sowie Fischereiverordnungen übernommenen Vorschriften hinaus - denn es geht beim Fischen nicht nur um den reinen Fangerfolg. Ein jeder Fisch muss, um sich selbstständig und natürlich fortzupflanzen, eine reale und faire Chance erhalten, damit er aufwachsen kann. In diesem Sinne!

Pro Fisch und Natur!


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