Die FelchenlaufrolleDie Felchenschnur
Home
Index
Felchenfieber 10
Der Felchenfischer
Die Felche I
Die Felche II
Die Nymphen I
Die Nymphen II
Nymphenbinden
Bindeanleitungen
Die Insekten I
Die Insekten II
Die Natur
Die Technik I
Die Technik II
Gambe / Hegene
Rute, Rolle & Zubehör
Geräte Infos
Gewässer
Fischküche
Felchenrezepte  01-05
Felchenrezepte  06-10
Felchenrezepte  11-15
Fishing History`s
Testberichte I
Testberichte II
Testberichte III
Testberichte IV
Testberichte V
Testberichte VI
Movies
Forum
Partner
Links
Gästebuch
Kontakt / Impressum
Felchenfieber 09
Felchenfieber 08
Felchenfieber 07
Felchenfieber 06
Felchenfieber 05
     
 



Die Felchenschnur


Geflochtene- oder Nylonschnur? Fragt man drei Fischer was sie für eine Schnur zum Felchenfischen empfehlen würden, bekommt man mindestens drei Meinungen zu hören. Mit etwas „Glück“ können es aber gut und gerne noch ein paar mehr sein, weil, halt jeder für sich seine eigenen Erfahrungen sowie Vorlieben pflegt. Grundsätzlich gibt es keine „falschen“ Schnüre - solange man damit Erfolg hat und es für einen persönlich stimmt, ist alles Möglich!


Rapala / Gamben-/Hegenenschnur


Ein paar wichtige Faktoren bei der Schnurwahl gilt es allerdings trotzdem zu beachten! Geflochten Schnüre (auch die viel gepriesenen Silikonbeschichteten) nehmen meist Wasser auf, oder transportieren dieses um ein Vielfaches im Vergleich mit einer Nylonschnur. Somit sind geflochtene Schnüre bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht zu gebrauchen, ganz einfach darum, weil sie innert kürzester Zeit auf der Rolle gefrieren. Schon rein aus diesem Grund benutzen viele Felchenfischer in den kalten Jahreszeiten eine Nylonschnur. Alles andere ist mit Mühen verbunden und kann einem die Freude an der Sache gehörig verderben, ganz zu schweigen von den möglichen Schäden wie, Schnurbruch und abgebrochenen Spitzen.

Wenn man von Schnüren zum Fischen spricht, handelt es sich immer um Nylonschnüre (Monofile / Einfädige) und um geflochten Schnüre (Polyfile / Mehrfädige). Es gibt sie von verschiedenen Anbietern und in verschiedenen Qualitäten, wobei zu erwähnen ist, dass es weltweit gar nicht so viele Fabriken gibt, die solche Produkte herstellen. Das heisst, viele Schnüre kommen aus ein und demselben Betrieb und werden lediglich - je nach Auftragswunsch - anders eingefärbt und mit dem jeweiligen Logo des Bestellers ausgezeichnet.


Stroft Fluor


Eine Nylonschnur zum Felchenfischen sollte eine gute Nass - Knotenfestigkeit haben und eher weich gewählt werden. Eine weiches Nylon deshalb, weil solche Schnüre, vor allem in der kalten Jahreszeit viel weniger kringeln und deshalb um einiges besser durch die feinen Spitzenringe der Rute gleiten. Zum Vorteil der optimalen Sichtbarkeit von Schnüren für uns Fischer, haben sich für das Felchenfischen gelb – fluoreszierende Farben hervorragend bewährt. Sämtliche Vorurteile gegenüber Nylonschnüren im Bezug auf Aussagen wie: „Damit sei man nicht schnell genug beim Anschlagen, oder man erkenne damit die feinen Bisse nicht!“ - kann ich nicht bestätigen. Wir/ich haben früher auch ohne geflochtene Schnüre auf Felchen gefischt und nicht weniger gefangen! Klar ist, dass sich in grossen Wassertiefen, ab 50m und mehr, logischerweise der Dehnungseffekt einer Nylonschnur multipliziert. Das „durchbringen“ des Anschlags, von der Rutenspitze bis hin zur Hakenspitze der Nymphe an der Gambe/Hegene, kann ein Grund sein in solchen Tiefen mit einer geflochtenen Schnur zu fischen. Ein Vorteil des Dehnungseffekts von Nylonschnüren ist das weichere „abfedern“ der Fluchten einer Felche im Drill. Zudem kann es einem ausschlitzen des Hakens vorbeugen, was zumindest Neueinsteigern zu Gute kommt, die das nötige Gefühl dafür erst einmal entwickeln müssen.

Man könnte annehmen, geflochten Schnüre seien eine Erfindung der Neuzeit, aber, weit gefehlt! Mit solchen, zumindest ähnlichen aus Tierhaaren oder natürlichen meist pflanzlichen Fasern hergestellten Schnüren wurden schon vor tausenden von Jahren die ersten Fische gefangen. Befestigt an einem Stock und als Haken diente ein zu Recht geschliffenes Knochenfragment.


Stucki /Coregon Line


Heute werden zur Herstellung von geflochtenen Fischerschnüren ausschliesslich synthetische Fasern verwendet und je nach Verarbeitung haben sie praktisch keine Dehnung. Wenn man von Unterschieden in Sachen Qualität und Preis spricht, geht es immer um die Art wie die einzelnen Fasern miteinander verflochten sind. Eine qualitativ hochstehende und dementsprechend teurere Schnur besteht aus vielen Einzelfasern und ist eng und rund geflochten. Vergleicht man verschiedene geflochtene Schnüre miteinander, werden solche Faktoren schon von blossem Auge sichtbar. Die Vorteile von geflochtenen Schnüren beim Fischen sind klar die sehr hohe Tragkraft bei einem im Verhältnis dünnen Durchmesser und die relativ einfache Möglichkeit sie mit unterschiedlichen Farben industriell einzufärben. Dies kann man auch ohne weiteres mit einem wasserfesten Filzstift selber machen - muss aber von Zeit zu Zeit nachgebessert werden.

Eine Frage die immer wieder auftaucht lautet: „In welchem Durchmesser und wie stark soll man eine Felchenschnur wählen?“ Bei Nylonschnüren haben sich Durchmesser von 0.20 – 0.25mm mit Gewichtsangaben von ca 4.0 – 6.5kg als ausreichend erwiesen. Bei geflochtenen Schnüren Durchmesser von 0.06 – 0.12mm mit Gewichtsangaben von ca 4.0 – 12kg. Die Angaben der Stucki Felchenschnur sind: Durchmesser 0.25mm und 12.9kg Tragkraft – auch diese Geflochtene lässt sich perfekt Anwenden. Bei der Schnurwahl ist der Durchmesser entscheidender als die Tragkraft. Das hat damit zu tun, dass in einigen Gewässern ständig starke oder auch oft wechselnde Strömungsverhältnisse herrschen. In solchen Fällen hat man mit „dickeren“ Schnüren kaum eine Chance auch nur annähernd vertikal zu Fischen. Man muss eine möglichst dünne Schnur wählen und damit nun die Tragkraft doch noch „einigermassen“ gewährt bleibt, wählt man eine „feine“ Geflochtene.


Giga Fish / Powerline


Die zurzeit modernsten geflochtenen Schnüre zum Felchenfischen haben alle 5m eine andere Farbe und machen das Bestimmen, in welcher Tiefe man gerade fischt, sehr einfach. Eine andere Variante ist ein alle 10m wechselnder Farbverlauf mit gut sichtbaren Metermarkierungen. Wobei zu erwähnen ist, dass hier wesentlich mehr Aufmerksamkeit gefordert ist um immer auf dem Laufenden zu sein, wo man gerade seine Nymphen anbietet. Vor allem wenn man in der Schwebe (im Zwischenwasser) fischt. Geflochten Schnüre mit einer alle 5m wechselnden Farbe haben sich in den letzten Jahren sehr bewährt und sind die Favoriten von vielen Felchenfischern.


DAM / Tectan Premium Plus


Nylonschnüre (Monofile) und geflochtene Schnüre (Polyfile) unterscheiden sich nicht nur wesentlich bei der Herstellung und ihrem Verhalten in der Fischereipraxis, sie wirken sich auch sehr unterschiedlich auf das Gerät (Rute und Rolle) aus. Beim drillen mit einer Nylonschnur, arbeitet diese mit und entlastet dementsprechend das Material, während von einer Geflochtenen dahingehend keine Unterstützung erwartet werden darf. Wer mit Gefecht fischt muss sein Gerät genau kennen, man muss wissen wie belastbar die Rute ist und muss die Bremse perfekt eingestellt haben. Beim Felchenfischen mit Laufrollen muss man „mitarbeiten“ - heisst wenn nötig retour drehen - wenn es die Situation erfordert.


Stroft GTP / multicolor


Wie schon zu Beginn angesprochen, haben Nylonschnüre und geflochtene Schnüre für viele Felchenfischer ihre Berechtigung. Je nach Jahreszeit, Einsatzgebiet und persönlichen Vorlieben kann man auch mit beiden Schnurtypen erfolgreich auf Felchen fischen. Für mich ist die Schnur beim Fischen die wichtigste Nebensächlichkeit! Einen Anbiss auf die Nymphe zu „provozieren“ ist das Eine, Top Gerät in der Hand das Andere - aber - dazwischen braucht es halt notwendigerweise eine Verbindung - Die Felchenschnur. In diesem Sinne!


geschrieben am: 17. April 2010 / RR

zurück